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Nr. 101.02.2009Download: 
European Fashion Award – Fash 2009
Flughafen oder Festival, Lodenjanker oder Leggins, Routine oder Freiheit? Das Thema des European Fashion Award – FASH 2009 lautete „New Diverstiy“. Er wird jährlich von der Stiftung der Deutschen Bekleidungsindustrie (SDBI) ausgeschrieben.
Die Jury mit international erfahrenen Experten aus Design, Industrie, Marketing, Medien und Handel ermittelte die Preisträger unter 101 Teilnehmern aus neun Ländern nach vorab festgelegten Kriterien. Die Preisverleihung am 1. Februar fand statt im Rahmen der internationalen Sportartikelmesse ispo winter 09 in München.

Den 1. Preis in der Kategorie „Studierende“ erhielten Marcel Lunkwitz und Julia Müller (Burg Giebichenstein – Hochschule für Kunst und Design Halle) für ihre innovative und emotionale Männerkollektion „Where the clouds are like headlines“. Ilona Zaytseva (Hochschule Pforzheim), die schon 2008 zu den Gewinnern zählte, erzielte mit der hochwertigen und eigenständigen Kollektion „Hoolifans“ den 2. Preis.
In der Kategorie „Abschlussarbeiten“ bekam Marianne Musek (Universität der Künste Berlin) den 1. Preis zugesprochen. Die Methode des Pilgerns diente der Reflektion ihrer Frauen- und Männerkollektion „Der Weg zum Glück“. Auf dem Jakobsweg ist Funktion wichtiger als Mode. Funktion aber ist in Mode. Dieses Fazit ist der Ausgangspunkt der Kollektion aus Trachten- und Sportbekleidung. Der 2. Preis ging an Nicole Manz (Hochschule Niederrhein, Mönchengladbach) für
die Frauenkollektion „Die Einsamkeit im Kokon - wenn Geborgenheit gefangen hält“, welche mobile Rückzugsorte bietet. Adrian Sommerauer (Royal College of Art, London) erreichte mit der edlen und melancholischen Männerkollektion „London, Heimat #3“ den 3. Preis.

Zehn Formen, zehn Frauenbilder, zehn verschiedene „Träume vom Ich“ verarbeite Wenke Müller (Burg Giebichenstein – Hochschule für Kunst und Design Halle) zu einer Frauenkollektion, die mit einer Anerkennung ausgezeichnet wurde.
Die Preisträger lehnen austauschbare Lifestylekollektionen und Modediktate ab. Die Projekte setzen auf neue Frauen- und Männerbilder und gestalten moderne Lebenswelten. Der Alltag und die Straße mit ihren Kontrasten inspirierte die jungen Designer ebenso wie handwerkliche Tradition. Für sie ist
Mode mehr als Kleidung – eine Investition in die Seele.

„Die Arbeiten der Preisträger des European Fashion Award FASH 2009 haben internationales Niveau. Sie reichen an die Kollektionen weltweit bekannter Nachwuchsdesigner heran“, sagt Jury-Mitglied Martin Leuthold, der als Artdirector von Jakob Schlaepfer Stoffe für Modehäuser wie Akris, Chanel
oder Marc Jacobs entwirft. Auch Jury-Mitglied Jean Kress, der bei Dior, Lanvin und Guy Laroche arbeitete bevor er Head of Design von Quiksilver Europe wurde, ist von den Arbeiten überzeugt: „Die Studierenden haben ein moderneres Verständnis von Mode als viele Unternehmen“.
Als Preise wurden Geldpreise in Höhe von 10.000 Euro, drei Stoffgutscheine des Schweizer Textilverbandes im Gesamtwert von 4.500 Euro sowie bezahlte sechsmonatige Praktikumsplätze bei dem weltweit anerkannten Couturehaus Akris (St. Gallen, Schweiz) und dem Pionier für Funktionswäsche und -bekleidung Craft (Borås, Schweden) vergeben.
Die renommierte Photographin Christin Losta porträtierte die Siegerarbeiten. Die deutsch- und englischsprachige Dokumentation „New Diversity – Fashion students and their visions“ erscheint im Verlag Hermann Schmidt Mainz.

Der European Fashion Award FASH wird seit 2005 jährlich von der Stiftung der Deutschen Bekleidungsindustrie (SDBI) ausgelobt. Er richtet sich an besonders begabte Designstudenten aller Gestaltungsdisziplinen ab dem vierten Semester. Die Stiftung wurde von dem Modeunternehmer Klaus Steilmann 1978 ins Leben gerufen. Ziel der SDBI ist eine wegweisende Nachwuchsförderung. Ihre gemeinnützige Arbeit wurde 2008 von der Standortinitiative der Bundesregierung und der Deutschen Wirtschaft „Deutschland – Land der Ideen“ ausgezeichnet.

Die Portfolios aller Siegerarbeiten sind der Öffentlichkeit in der Lipperheideschen Kostümbibliothek in Berlin – der weltgrößten Bibliothek und graphischen Sammlung zur Kulturgeschichte der Mode und Kleidung – zugänglich.

Weitere Informationen:
www.sdbi.de
 

Interview

 
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