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zum 30-jährigen Jubiläum der Stiftung der Deutschen Bekleidungsindustrie und zur Verleihung des European Fashion Award „Fash 2008“
Die Modeindustrie ist gekennzeichnet von der Verlagerung der Massenproduktion und dem Aufbruch in Asien. Die Branche muss sich hierzulande in einem zunehmend harten Wettbewerb beweisen. Dabei hat Mode eine sehr komplexe Wertschöpfungskette: Sie ist Träger von Ideen und Wertvorstellungen, aber auch eine Ware auf den Märkten; sie ist ein Kultur- und Wirtschaftsgut, deren Produktion sich in extrem kurzer Zeit rentieren muss.
Kreativität ist der entscheidende Wirtschaftsfaktor der Mode. Kreativität ist auch der Schlüssel zu Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum, Beschäftigung und sozialem Zusammenhalt für die Zukunft unserer Industriegesellschaft. Dieser großen Herausforderung stellt sich die gemeinnützige „Stiftung der Deutschen Bekleidungsindustrie zur Förderung der Ausbildung von Nachwuchskräften in der Modebranche“ (SDBI). Sie wurde 1978, also vor genau vor 30 Jahren, von Prof. Dr.-Ing. h.c. Klaus Steilmann – damals Europas größter Hersteller von Damenmode – gegründet und vor vier Jahren neu ausgerichtet.
Die SDBI übernimmt dankenswerter Weise durch ihren Europäischen Fashion Award „Fash“ sowie durch ihre Kommunikation und ihr Branchen-Netzwerk eine wegweisende Rolle für Design und Industrie. Der Designpreis wird mit einem jährlich wechselnden Thema unter 420 Schulen in 20 Ländern ausgelobt, 2008 zum Thema: „Attitude – umwelt- und sozialgerechte Kleidung“. Der Preis gilt als einer der anspruchsvollsten Modewettbewerbe in Europa.
Die Preisträger haben folglich hervorragende Karriereaussichten. Sie arbeiten heute bei international so renommierten Unternehmen wie Adidas und Akris, John Galliano und Girbaud, Quiksilver und Puma oder als selbstständige Designer.
Auch die Politik hat reagiert: Die Kultur- und Kreativwirtschaft (Design ist eine der elf Teilbranchen), ist Teil der Lissabon-Strategie, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Europäische Union bis 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten Wirtschaftsraum der Welt zu machen. In Deutschland überprüfen wir die kultur-, wirtschafts- und sozialpolitische Rahmenbedingungen dahingehend, ob und wie weit sie an die Existenz- und Arbeitsbedingungen der zumeist kleinen Unternehmen und Selbstständigen anzupassen sind. Eine Aufgabe, die im Rahmen der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft ressortübergreifend vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aktiv aufgenommen wurde.
Erste Schritte waren dabei die Kulturwirtschaftskonferenz im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2007, die Fachtagung „Lesung oder Laufsteg - Kultur- und Kreativwirtschaft als neue Dimension der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik“ sowie der Dialog mit Experten der elf Teilbranchen. In allen drei Feldern hat die SDBI wertvolle Beiträge geleistet.
Zu Recht finden diese Initiativen Anerkennung durch die Auszeichnung als „Ausgewählter Ort im Land der Ideen“ - einer Initiative der Bundesregierung und der Deutschen Wirtschaft.
Ich gratuliere der Stiftung der Deutschen Bekleidungsindustrie zu dieser Auszeichnung und ihrem 30jährigen Bestehen. Ihre beispielhafte Arbeit sollte Schule machen und verdient weitere Unterstützung.
Ihr Michael Glos Bundesminister für Wirtschaft und Technologie |