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Nr. 803.07.2007Download: 
Preisträgerin der Stiftung der Deutschen Bekleidungsindustrie erhält den Deutschen Studienpreis 2007

Bianca Koczan wurde mit ihrer Modekollektion „Bekleidungswerk“ mit einem ersten Preis beim Deutschen Studienpreis 2007 ausgezeichnet

Am 21. Mai 2007 vergab die Körber-Stiftung den diesjährigen Deutschen Studienpreis zum
Thema „Mittelpunkt Mensch?“. Einen ersten Preis erhielt die Modedesignerin Bianca Koczan für
ihre Kollektion „Bekleidungswerk“. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Jährlich zeichnet der
Deutsche Studienpreis 50 junge Wissenschaftler aus, davon je fünf mit einem ersten und zweiten
Preis. Insgesamt werden Preisgelder in Höhe von über 100.000 Euro vergeben. Den Preis der
Körber-Stiftung übergaben Julian Nida-Rümelin, Staatsminister a.D. und
Kuratoriumsvorsitzender des Deutschen Studienpreises, und Wolf Schmidt, Mitglied des
Vorstands der Körber-Stiftung, im Leibnizsaal der Berlin-Brandenburgischen Akademie der
Wissenschaften.

Die Modedesignerin Bianca Koczan machte 2005 ihr Diplom an der Hochschule für Kunst und
Design Halle, Burg Giebichenstein. Ihre Kollektion „Bekleidungswerk“ thematisiert Blaumänner
als Tracht des sozialistischen Arbeitermilieus und nimmt somit den Ausgangspunkt „Arbeit“ als
eines der drängendsten Probleme unserer Zeit auf. Entworfen wurden ein Geschäftsmodell mit
einer verantwortungsvollen Produktion in Ostdeutschland, interdisziplinäre Arbeitsstrukturen
sowie eine dreigeteilte Kollektion für Frauen und Männer. Die authentische Prêt-à-porter teilt
sich in „Grau“ (subtile Basics mit intellektuellem Charakter, welche den Bedingungen einer
profitablen Herstellung Rechnung tragen und Raum für individuelle Veränderungen lassen),
„Print“ als verspielter und plakativer Kontrapunkt sowie eine Taschen- und Kopftuchkollektion.
Die scheinbare Einfachheit des Typus Arbeitskleidung wurde in der Kollektion intelligent und
ironisch gebrochen.

Für die Arbeit „Bekleidungswerk“ erhielt Bianca Koczan schon 2006 den mit 3.000 Euro und
einem Praktikum dotierten 1. Preis der Stiftung der Deutschen Bekleidungsindustrie unter dem
Thema „Lokal-Global“.

Ihre Leistung wurde nun erneut mit dem Deutschen Studienpreis belohnt, dessen Kuratorium
sich aus einer Reihe bekannter Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und der Wissenschaft
zusammensetzt. Mit dem Deutschen Studienpreis will die Körber-Stiftung interdisziplinäre
Forschung unterstützen und auf deren gesellschaftliche Relevanz aufmerksam machen.
Zudem wurde Bianca Koczans Arbeit kürzlich in dem Fernsehmagazin „artour“ des
Mitteldeutschen Rundfunks sowie in der „Kulturzeit“ von 3Sat vorgestellt.

Aus der Laudatio des Deutschen Studienpreises:
Die Arbeit von Bianca Koczan stellt auf hohem Niveau eine intelligente, engagierte und riskante,
also vorbildliche Verbindung von Theorie und Praxis zum Wettbewerbsthema der Vereinbarkeit
von Arbeit und Leben dar. Die Konzeption ist fundiert und gleichermaßen verständlich verfasst.
Die entworfene Bekleidung bewegt sich ebenfalls auf gestalterisch hohem Niveau, ist kreativ und
umsetzbar. Diese Arbeit zeigt exemplarisch, wie Wissenschaft und Gestaltung intelligent
verbunden werden können und setzt damit Maßstäbe – auch für die spezifische Sicht- und
Herangehensweise des Designs in der Forschung.
Julian Nida-Rümelin, Staatsminister a.D. und Kuratoriumsvorsitzender des Deutschen
Studienpreises

Aus der Jurybegründung der Stiftung der Deutschen Bekleidungsindustrie:
Die Arbeit von Bianca Koczan ist praxisnah und innovativ, interdisziplinär, vielfältig und kraftvoll
sowie auf hohem internationalem Niveau. Das Werk ist ferner außerordentlich, da in der als
Zeitung dokumentierten Konzeption die strukturellen Veränderungen in der Mode klug
analysiert und diskutiert werden. Das Konzept ist tief greifend, schlüssig sowie an- und aufregend
und zeigt die seltene aber dringend benötige Doppelbegabung einer visuellen und verbalen
Ausdruckskraft.
Bianca Koczan kämpft mit ihrer Arbeit gegen die verbreitete Sehnsucht nach Geborgenheit,
indem sie dem Bedürfnis nach Kontinuität, Ehrlichkeit und Tradition eine kraftvolle Identität des
Echten, Originalen und der Transparenz gegenüber stellt. In dem sie „den Menschen etwas
zeigen [will], mit dem sie sich identifizieren können“, folgt sie bewusst Joseph Beuys. Bianca
Koczan versteht Gestaltung nicht wie so oft als vordergründige Veränderung, sondern als
Ausdruck ihrer Ethik und Strategie. Diese ausgeprägte und begründete Haltung formt die
komplexe Codierung der Produkte. Bianca Koczan zeigt damit ein komplexes und sehr modernes
Verständnis von Mode.
Jurymitglied Joachim Schirrmacher, Journalist und Design-Manager

Die Stiftung der Deutschen Bekleidungsindustrie hat sich die Förderung der Ausbildung von
bedürftigen und begabten Nachwuchskräften in der Modebranche als Ziel gesetzt. Sie wurde von
Prof. Dr.-Ing. h.c. Klaus Steilmann gegründet, der als Modepreisträger des Jahres 1977 der
Landeshauptstadt München mit dem Preis die Stiftung ins Leben gerufen hatte. Durch ihre
thematischen Ausschreibungen, ihre Kommunikation und Publikationen sowie durch ihr
Branchen-Netzwerk übernimmt die Stiftung der Deutschen Bekleidungsindustrie eine
wegweisende Rolle für Design und Industrie.

Unter www.stiftung-bekleidungsindustrie.de/de/34631/cn/34721/34717/46728 kann Bianca
Koczans Zeitschrift zum Thema „Bekleidungswerk“ herunter geladen werden.
www.stiftung-bekleidungsindustrie.de
www.studienpreis.de


Weitere Informationen und Bilder:

Nadia Chakroun
Deutscher Studienpreis
Körber Stiftung  
dsp@koerber-stiftung.de
Tel.: (+49 40) 80 81 92 -143

Joachim Schirrmacher
Vorsitzender des Beirats der Stiftung Deutschen Bekleidungsindustrie
mail@joachim-schirrmacher.de
Tel.: (+49 40) 253 18 860

 

Interview

 
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