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Nr. 208.02.2005
Ausgezeichnete Arbeiten und Jurybegründung
1. Preis Irene Brühwiler
Schweizer Textilfachschule, Schweiz, www.textilfachschule.ch
Preis: 2.250,00 Euro, sechsmonatiges Praktikum bei Girbaud Actlive, Kitzbühel, Österreich

Die Kollektion „Desire to go“ wurde von der Welt der Schlittenhunde inspiriert. Die Farben des Schnees und des Nordlichts sowie die Linienführung der Ausrüstung bestimmen die Kleider. Die Kollektion wendet sich an eigenständige Frauen und Männer, welche ihre Leidenschaft für Boardsportarten auch im Alltag zeigen wollen.

Jurybegründung:
Die fundierte Recherche über die Welt der Schlittenhunde übersetzte Irene Brühwiler logisch in eine große, abwechslungsreiche und marktnahe Kollektion für Frauen und Männer. Dokumentation und Präsentation vermitteln das gut gewählte, authentische Thema überzeugend und machen Lust auf die Kleidung. Irene Brühwiler bricht das naturnahe Thema durch technische Drucke und eine hervorragende Materialwahl, die auch unter funktionalen Kriterien überzeugt. Silhouette, Passform und Farbaufbau sind überdurchschnittlich. Jurymitglied Ulrike Proß, Marketing The North Face.


1. Preis Interdisziplinäres Team Bloodtransfer Crew
Hochschule Pforzheim, Deutschland, www.fh-pforzheim.de Preis: 2.250 Euro, sechsmonatiges Praktikum bei Berghaus, Sunderland, England

Angeregt durch den alten Wertekodex der Samurai entwickelten neun Studierende des Kommunikations-, Industrie- und Modedesigns der Hochschule Pforzheim eine vom Snowboardsport inspirierte Streetwear-Kollektion für Frauen. Kern des Konzeptes ist die Radikalisierung der Werte beim Snowboarden: Pflichtbewusstsein, Treue und Mut statt Massensport oder Konsumorientierung. Diese drei Werte wurden in das Material- und Farbkonzept, die Kollektion und einen Schuh übersetzt. Der Name der Kollektion stammt aus dem Japanischen: Bushido – „der Weg der Kriegerin“.

Jurybegründung:
Die Arbeit „Bushido“ des neunköpfigen, interdisziplinären Teams zeichnet sich durch eine hohe Qualität in allen Bereichen aus: Analyse, theoretische Grundlagen, Konzept, Dokumentation, Verarbeitung und Entwurf. Sie überzeugt durch zahlreiche Details wie eine neuartige Kapuze, die durch eine Spange fixiert wird. Der Gesamteindruck ist brillant. Die vereinten Sichtweisen aus Mode-, Kommunikations- und Industriedesign machen diese Arbeit stark. Ein durchdachtes Konzept, welches modeuntypisch prägnant präsentiert wird, wurde folgerichtig in einen emotional überzeugenden Entwurf aus einem Guss übersetzt. Die Arbeit hat aufgrund der Werteorientierung das Potential um zu einer Marke ausgebaut zu werden.
Jurymitglied Joachim Schirrmacher, Journalist und Design-Manager.


2. Preis Team Hochschule Niederrhein
Hochschule Niederrhein, Deutschland, www.hs-niederrhein.de
Preis: 1.000 Euro, sechsmonatiges Praktikum bei Tommy Hilfiger Sport, Amsterdam

Basierend auf den zukünftigen Entwicklungen im Sport sowie mehrere Zukunftsprognosen entstand die Kollektion „2030“. Die fünf Outfits vereinen neben Komfort und Funktion auch Eleganz und Stil. Sie sind gedacht für eine junge, am Anfang ihrer beruflichen Karriere stehende Frau: Isabella Pop.

Jurybegründung:
Die hohen Anforderungen der Ausschreibung wurden erfüllt. Die Recherchen über den Einfluss des Sports auf die Gesellschaft wurden durch Studien, Zahlen und Fakten fundiert. Die Zuspitzung des Konzeptes auf eine Kunstfigur überzeugt. Die Inspiration durch mehrere Sportarten wurde clever in eine sehr ausgereifte, tragbare und große Kollektion übersetzt. Das realisierte Outfit zeichnet sich durch zahlreiche Details, einen differenzierten Einsatz von Materialien und Verarbeitungstechniken sowie eine hervorragenden Fertigungsqualität aus. Dem Entwurf fehlt es allerdings an emotionaler Kraft. Jurymitglied Marcel Herrig, Unicut Design Office/IDEAS.


3. Preis Giulia Monaci and Monica Bozanic
Schweizer Textilfachschule, Schweiz, www.textilfachschule.ch
Preis: 600 Euro

„Doppelspiel“ ist eine vom Fechtsport inspirierte schlichte und zugleich feminine Kollektion für die moderne Geschäftsfrau im Alter zwischen 30 und 40. Die körperbetonte Eleganz für den Tag kann am Abend durch coole und edle Streetwear ergänzt werden.

Jurybegründung:
Die Inspiration des Entwurfs durch den Fechtsport ist einfach, wurde aber in eine emotional starke und präzise formulierte Welt übertragen. Giulia Monaci and Monica Bozanic haben ihre Zielgruppe, Geschäftsfrauen zwischen 30 und 40 Jahren, klug gewählt und folgerichtig in eine hochwertige und funktionale Mode umgesetzt. Die schlichte, feminine und elegante Kollektion überzeugt durch exakte Passformen und einen kontrastreichen Materialmix. Die Dokumentation setzt diese Spannung mit Digitaldruck auf Büttenpapier überzeugend fort. Leider entspricht das Konzept, auch aufgrund der floskelhaften Sprache, nicht diesem Niveau. Jurymitglied Helen Kilner, Design-Management Berghaus.


Sonderpreis: Mirja Timonen und Helena Raholm
Lahti Polytechnic, Institute of Design, Finnland, www.lamk.fi
Preis: 450 Euro, Präsentation ihres Portfolios auf wgsn.com, der Website des Worth Global Style Network

Die Kollektion „Eatnu“ ist durch das traditionelle Kunsthandwerk der Saamen inspiriert. Sie wendet sich an karriereorientierte Frauen und Männer, welche in Großstädten und mit der High-Tech-Welt leben, dessen aber müde geworden sind. Die außergewöhnliche und überraschende Kollektion interpretiert Tradition in moderner Art und Weise und bringt Vitalität und Freude in deren wenig sinnliche Welt. Alle Materialien wurden von Hand hergestellt.

Jurybegründung:
Mirja Timonen und Helena Raholm haben mit ihrer Transformation der Tradition der Saamen in eine Kollektion für urbane Frauen und Männer herausragendes Trendgespür gezeigt. Die Vermittlung von Images ist ein ganz wesentlicher Teil in der Mode. Hierfür gibt es an Hochschulen keine spezielle Ausbildung, aber Begabungen. Dies wurde in der Arbeit von Mirja Timonen und Helena Raholm besonders offensichtlich. Das Konzept ist außerordentlich stringent und wurde logisch in die Kollektion übertragen. Das erstellte Buch ist mit seiner konzentrierten und visuell äußerst ansprechenden Form zudem auch höchst professionell. Jurymitglied Martin Trautmann, Geschäftsführer des Shop Boarders.


Sonderpreis: Rosamund Ward
Liverpool John Moores University, Großbritannien, www.livjm.ac.uk
Preis: 450 Euro, Präsentation ihres Portfolios auf wgsn.com, der Website des Worth Global Style Network

Die visionäre Kollektion „Schlump“ basiert auf der Idee des Schlafens als Sport. Ziel war es, eine Traumwelt mit einem extremen Stil zu schaffen, die der Haut schmeichelt sowie Sex Appeal und eine außergewöhnliche Silhouette hat.

Jurybegründung:
Die Vermittlung von Images ist ein ganz wesentlicher Teil in der Mode. Hierfür gibt es an Hochschulen keine spezielle Ausbildung, aber Begabungen. Dies wurde in der Arbeit von Rosamund Ward besonders offensichtlich. Ihr ist es herausragend gelungen, eine starke und ausgesprochen präzise Traumwelt zu schaffen. Für die Darstellung ihres Konzeptes hat sie ein Buch erarbeitet, das in seiner Detaillierung und Spielfreude ebenso zu stundenlanger Betrachtung einlädt wie Interesse an den Kleidern weckt. Auch die Kollektion ist ausgesprochen eigenständig. Sie reflektiert intelligent das Bedürfniss nach Rückzug in einer häufig als hektisch und unsicher empfundenen Welt. Jurymitglied Sharon Williams, Active Market Editor WGSN.


Anerkennung: Alison Atkins
Liverpool John Moores University, Großbritannien, www.livjm.ac.uk
Die experimentelle Männerkollektion ist inspiriert durch die maskuline Halbwelt der Boxer: ihre Spiele, Kämpfe und ihr Drogenhandel. Ihre Kleider, normalerweise aus Fallschirmseide, werden durch Funktionsmaterialien wie Sportwool und Gore-tex verfremdet.

Jurybegründung:
Die Arbeit von Alison Atkins zeichnet sich neben der umfangreichen Recherche von Markt, Marken und Materialien und deren Dokumentation durch eine sichere Farbwahl aus.
Jurymitglied Martin Trautmann, Geschäftsführer des Shop Boarders


Anerkennung: Sabine Kelle
FHTW Berlin, Deutschland, www.fhtw-berlin.de

Die Arbeit „Widda“ ist inspiriert durch Ikonen und Comics. Sie gliedert sich in einen Sportswear- und einen Streetwear-Teil und wendet sich an Frauen zwischen 18 und 38 Jahren. Die körpernahen und klaren Formen sind mit Drucken und Stickereien versehen, welche die Verbindung zu Comics und Ikonen herstellen.

Jurybegründung:
Die umfangreiche Dokumentenanalyse bildet die Grundlage für ein Markenkonzept. Die Kleidung verfügt über interessante Details, der Gesamteindruck ist ansprechend.
Jurymitglied Marcel Herrig, Unicut Design Office/IDEAS


Anerkennung: Satu Paukkonen
University of Art and Design Helsinki, Finnland, www.uiah.fi

„Satu“ ist eine Kollektion für aktive und mobile Frauen im Alter zwischen 25 bis 50, die in Großstädten leben. Sie nutzten öffentliche Verkehrsmittel und bewegen sich bewusst im Alltag. Sie fahren mit dem Rad zur Konferenz, obwohl es stark regnet, laufen bei Hitze zum Bus, obwohl sie gleich einen Kunden treffen. Der Look ist informell und modern, aber fern von Sportkleidung. Die Materialien wie Quick Dry Denim, Coolmax oder Gore-tex sind atmungsaktiv, wasserdicht und pflegeleicht und bieten Bewegungsfreiheit. Der moderne Schnitt basiert auf klaren Formen.

Jurybegründung:
Satu Paukkonen hat auf den Straßen die Bedürfnisse aktiver und mobiler Frauen in Großstädten erforscht. Ihr Konzept ist stringent und überzeugend, die Dokumentation klar gegliedert. Das Outfit ist kommerziell und doch eigenständig.
Jurymitglied Sharon Williams, Active Market Editor WGSN


Anerkennung: Marie Rejfova
Gerrit Rietveld Academie, Niederlande, www.gerritrietveldacademie.nl

Die Kollektion Spartakiada ist durch Materialien wie Seide, Wolle und Baumwollstretch sowie die Verarbeitung mit wenigen Nähten bequem und komfortabel, aber auch elegant, sexy und fashionable. Dekorative Schriftzüge wie „Pilsener Urquell“ sind eine Persiflage auf die Dominanz von Logos auf Sportbekleidung. Sie sind zugleich eine Hommage an bekannte tschechische Unternehmen.

Jurybegründung:
Die Idee, sich durch Entspannung zu Hause statt durch aktiven Sport inspirieren zu lassen, ist überzeugend und zeugt von Witz. Das den Körper umschmeichelnde Outfit hat Stil und Sex Appeal. Jurymitglied Helen Kilner, Design-Management Berghaus.

Pressekontakt:
Stefanie Gerhardt
Messe München GmbH 
Marketing und Kommunikation
gerhardt@messe-muenchen.de 
Tel.: (+49 89) 949 20 610 

Joachim Schirrmacher
Stiftung der Deutschen Bekleidungsindustrie
Mitglied des Stiftungsbeirats
mail@joachim-schirrmacher.de
Tel.: (+49 40) 25 31 88 60

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