Ausgezeichnete Arbeiten und Jurybegründung

1. Preis der Stiftung der Deutschen Bekleidungsindustrie 2007

Mi-kyong Yeom
„Winterreise“
Diplom 2006
Universität der Künste Berlin
Preis: 3.000 Euro, sechsmonatiges dotiertes Praktikum bei Akris, St. Gallen, Stoffgutschein im Wert von 750 Euro von Swiss Textiles
mimicompany@gmx.de
www.udk-berlin.de

Die Koreanerin Mi-kyong Yeom hat eine Reise durch die Musik unternommen. Damit hat sie sich auf die Essenz des Reisens konzentriert, nämlich einen neuen Gefühlszustand zu erreichen und damit neue Kraft zu bekommen, wieder lebendig zu werden. Ausgangspunkt der Damenkollektion ist die dramatische Musik von Schuberts „Winterreise“. Drei Expressionisten – der Komponist Hans Zender, der Bildhauer Ernst Barlach (Silhouetten) sowie der Action Painter Jackson Pollock (emotionale Wirkung) – sind weitere Inspirationsquellen. Das Farbkonzept basiert auf einer Winterreise durch die Wälder Deutschlands.

Jurybegründung
Mi-kyong Yeom hat das Reisen und die damit verbundenen Erlebnisse von Lust und Leid, Spaß und Strapazen, erstaunlich anmutig und sehr eigenständig interpretiert. Ihre Arbeit zeigt, was Gestaltung leisten kann und soll: Entstanden sind Kleider von großer Poesie, Identität und selbstverständlicher Modernität. Sie lösen beim Betrachter eine erregende Sehnsucht aus. Schon ihre Inspirationsquellen hat sie klug gewählt und so gut illustriert, dass eine eigene Sprache
sichtbar wird. Diese Professionalität zieht sich durch bis zur Ausführung mit ihren gekonnten Drapierungen, schönen Drucken und dem sehr harmonischen Farbkonzept.
Jurymitglied Joachim Schirrmacher, Chefredakteur Style in Progress, Hamburg


2. Preis der Stiftung der Deutschen Bekleidungsindustrie 2007
1. Preis Sonderpreis Mode und Marke


Karen Scholz
Kunsthochschule Berlin-Weißensee (Diplom 2006)
Joan Tarragó Pampalona
Facultat Belles Art de Barcelona (11. Semester)
„Drawellink Places“
Preis: 2.000 Euro + 2.000 Euro, Stoffgutschein im Wert von 750 Euro von Swiss Textiles
Karen Scholz: sechsmonatiges dotiertes Praktikum bei Quiksilver/Roxy, Biarritz
Joan Tarragó Pampalona: sechsmonatiges dotiertes Praktikum bei Interbrand Zintzmeyer & Lux
karenschollo@web.de
jtp113@hotmail.com
www.kh-berlin.de
www.ub.es/bbaasec/index.htm

„Drawellink Places“ ist ein interdisziplinäres Projekt zwischen Mode und Malerei, Berlin und Barcelona, Zwei- und Dreidimensionalität.
Entstanden ist ein vielfältiger und flexibler Auftritt einer Marke in den Medien Kleider, Taschen und Accessoires mit dem Potential für weitere Produkte und Erlebnisse. Das Konzept wurzelt in der Street Art und Couture. Es wurde ganzheitlich mit adäquaten Techniken umgesetzt. Mit seiner hohen poetischen Kraft wird der Nutzer zum Spielen und Personalisieren eingeladen. Die Taschen und die Kleidung sollen zu einem Stück vom Träger und seiner Geschichte werden.
Alle Produkte sind vielseitig nutzbar. So kann die Allrounder Bag groß und klein sein. Sie kann auf dem Rücken, über der Schulter und quer um den Leib getragen werden. Die Office-Picnic-Land Bag wird im Park zum mobilen Arbeitsplatz. Und die Travelart Bag interpretiert die „Kunst des Reisens“ als Kunstreise und bietet nach dem Motto von Oskar Schlemmers „KiK – Kunst im Koffer“, Raum für sperrige Arbeitsmaterialien.
„Drawellink Places“ ist zudem ein Plädoyer das Entdecken, Erforschen und Bewusstwerden, kurz das Sehen neu zu lernen, jenseits von normierten Bildern und uniformierten Erwartungen. Für Karen Scholz und Joan Tarragó Pampalona ist das Zeichnen eine Antwort auf die Inflation der digitalen Bildwelten. Daher sind die gezeichneten Monster Fokus und Zentrum des Projektes. Sie sind weit mehr als Dekoration, sondern Animation, und werden selbst zu Kleidungsstücken. Die Kleider und Taschen schützen und schmücken, sind Imageträger und Lebenskonzept. Bei aller Innovation ist der Nutzen im Alltag gegeben.

Jurybegründung
Die inspirierende Arbeit „Drawellink Places“ überzeugt durch einen ganzheitlichen Auftritt. Die starke Idee, die Graffitikultur von der Hauswand auf die Kleidung zu übertragen, wurde mit adäquaten Mitteln konsequent umgesetzt. Ob Kleider, Taschen oder Accessoires, „Drawellink Places“ ist hervorragend in allen Bereichen. So gibt es eine Balance zwischen „lauten“ Kleidern, die sehr ornamental und grafisch umgesetzt sind (eher für eine Houseparty oder Vernissage) und „leisen“, die nur kleine stilistische Referenzen aufweisen (wie einen Mantel für ein elegantes Dinner). Das zeigt exemplarisch die Vielfältigkeit und Flexibilität, die für eine Modemarke wichtig ist. Dies gelang, weil – im Gegensatz zu anderen Einreichungen für den Sonderpreis Mode + Marke (die nicht genügend Substanz für eine Auszeichnung aufwiesen) – die Markenidee und nicht etwa ein Logo im Mittelpunkt steht. Kurz: Wenn man weiß, wer man ist, weiß man auch wie man aussieht.
Herausragend ist ferner, dass die Kultur der Street Art nicht nur professionell umgesetzt wurde, sondern der heitere und poetische Geist erhalten blieb. Die Kleider laden den Nutzer ein zum Spielen und Interagieren, zum Kommunizieren und Personalisieren. Je länger man sich mit den Produkten befasst, desto mehr entdeckt man und begibt sich in eine andere Welt.
Karen Scholz und Joan Tarragó Pampalona sind zwei sehr fähige Gestalter, die perfekt wären um eine Saison mit Marc Jacobs für Louis Vuitton zusammenzuarbeiten.
Jurymitglied Gion-Men Krügel-Hanna, Senior Designer Interbrand Zintzmeyer & Lux, Zürich


3. Preis der Stiftung der Deutschen Bekleidungsindustrie 2007

Batmunkh Bataa
„4 Kilo – 4 Jahreszeiten“
Diplom 2006
Kunsthochschule Berlin-Weißensee
Preis: 1.000 Euro, sechsmonatiges dotiertes Praktikum bei Mover Sportswear SA (Lausanne), Stoffgutschein im Wert von 750 Euro von Swiss Textiles
bigmunkh@hotmail.com
www.kh-berlin.de

„4 Kilo – 4 Jahreszeiten“, der Name ist Programm. Die minimalistisch-elegante Kollektion für Frauen und Männer bietet leichte Kleidung mit geringem Packmaß für ein mobiles Arbeitsleben. Erreicht wird dies durch eine gekonnte Material- und Farbwahl (Kaschmir wiegt nur ein Zehntel von Wolle) sowie vereinfachte, innovative Schnitte. So wird der Mantel zum Cape und schließlich zur Decke, eine Hose zur Jacke oder eine Jacke zur Tasche. Der Träger ist so bestens auf Orts- und Wetterwechsel sowie verschiedene Anlässe vorbereitet. Eine Arbeit von hoher Originalität und Qualität.

Jurybegründung
Die Arbeit „4 Kilo – 4 Jahreszeiten“ erfüllt das Briefing im besten Sinne: Sie ist eigenständig, praktisch und stillvoll. Die Kleider sind vielfältig zu kombinieren und einfach zu pflegen. Batmunkh Bataa ist eine talentierte Designerin mit hoher Sensibilität für Materialien und Farben.
Jurymitglied Albert Kriemler, Designer Akris, St. Gallen

3. Preis der Stiftung der Deutschen Bekleidungsindustrie 2007

Arnold Gevers
„Grand Tour 2006“
Diplom 2006
Hochschule für Künste Bremen
Preis: 1.000 Euro, Stoffgutschein im Wert von 750 Euro von Swiss Textiles
a_gevers@gmx.de
www.hfk-bremen.de

Die Männerkollektion „Grand Tour“ betont die subjektiven Momente, indem sie das Erlebnis des Reisens in den Mittelpunkt stellt. Sie ist eine Auseinandersetzung zwischen Ich und Er, Innen und Außen, Fremdem und Eigenem. Auch Arnold Gevers hat – nach dem Vorbild adeliger Söhne des 18. Jahrhunderts die auf der Reise vom Landjunker zum Cavalier du Monde reiften – eine Grand Tour nach Paris und St. Petersburg unternommen. Die Idee war es, aus den Erfahrungen der Fremde eine Gestaltung zu schaffen, um so eine starke emotionale Identität an den Träger weiterzugeben. Der Farbbogen erstreckt sich von unbeschriebenem Weiß über gedeckte Farben und extreme Farbkombinationen bis hin zum schwarzen Outfit, das für die Summe aller Erfahrungen steht.

Jurybegründung
„Grand Tour 2006“ setzt auf die subjektive Sichtweise des Designers und kommt so zu einer eigenständigen Gestaltung, die den Puls der kommenden Saisons trifft. Die sehr schön gearbeitet Kollektion ist eine der zukunftsweisendsten des Wettbewerbs. Materialien wie Reflex-Folie oder oxidierter Denim werden in der nächsten Saison vielfach zu sehen sein.
Der Denim steht hier für oxidierte Bronzestaturen in Paris. Auch bei der Schnittgestaltung zeigt Arnold Gevers herausragendes Gefühl für den Zeitgeist.
Jurymitglied Susanne Fischer, Marketing Manager Central Europe, Timberland, München



Anerkennung der Stiftung der Deutschen
Bekleidungsindustrie 2007


Dorothea Hansen
„360° Vielfalt“
7. Semester
Hochschule für Gestaltung Technik und Wirtschaft, Pforzheim
Preis: 500 Euro, Freitag Tasche F 12, Stoffgutschein im Wert von 750 Euro von Swiss Textiles
d_hansen@gmx.de
www.hs-pforzheim.de

Die Kollektion „360° Vielfalt“ bietet funktionale und zugleich elegante Reisekleidung für Frauen, die mit dem Rucksack Städte-, Kultur- und Fernreisen ohne genaue Reiseroute unternehmen. Durch Multifunktionalität – fast jedes Kleidungsstück ist durch Wenden, Klappen, Kürzen, Verlängern zwei- oder mehrfach verwendbar – ist eine leichte Garderobe entstanden. Diese ist nicht nur funktional, sondern auch stylisch. Zudem gibt es Kleider für besondere Anlässe. So wird aus einem Rock ein Top für das Nachtleben, aus dem eleganten Mantel ein Schlafsack, der Rock zur Unterlage, der Regenmantel zum Unterstand, und fertig ist die (Not)Unterkunft im Freien.

Jurybegründung
Die Kollektion „360° Vielfalt“ macht ihrem Namen Ehre. Sie bietet jungen Frauen auf Rucksackreisen nicht nur praktische, sondern auch modische Kleidung. Eine bislang kaum erschlossene Marktlücke.
Jurymitglied Marcel Herrig, Unicut Design Office, Shenzen, China


Anerkennung der Stiftung der Deutschen
Bekleidungsindustrie 2007


Katrin Sergejew
„Zeitgeist 21-06“
Diplom 2006
Angewandte Kunst Schneeberg, Fachbereich der Westsächsischen Hochschule Zwickau (FH).
Preis: 500 Euro, Freitag Tasche F 12, Stoffgutschein im Wert von 750 Euro von Swiss Textiles
k.sergejew@gmx.de
www.fh-zwickau.de/aks/

„Zeitgeist 21-06“ ist eine funktionale Frauen- und Männerkollektion. Sie wurde für eine globale Person entworfen, die aus dem Koffer lebt und sich vielen Situationen schnell und unkompliziert anpassen will, egal ob für ein Meeting oder zum Walking. Den Kollektionslinien London, New York und Peking wurden durch eine Bildrecherche im Internet die Farben rot, grau und gelb zugeordnet. Die Schnitte wurden aus den Linien der Straßen- und U-Bahnnetze abgeleitet. Die Atmosphäre der Städte wird durch Siebdrucke transportiert. Die Kleider können gewendet werden. Ein neues Bild ergibt sich zudem durch das Kombinieren der Kollektionslinien.
Entstanden ist die Arbeit in den Hochschulen in Schneeberg (Thüringen) und Hämeenlinaa (Finnland).

Jurybegründung
Die Kollektion „Zeitgeist 21-06“ ist ein starkes Statement. Mit ihren architektonischen Linien ist es die Arbeit mit der stärksten Modeaussage des Wettbewerbs. Auch das Experiment Leder und Funktionstextilien (wie Dryskin oder Nanosphere von Schoeller) zu einem Material zu verbinden, zeigt das Trendgespür von Katrin Sergejew.
Jurymitglied Claudia Leske, Geschäftsführerin, Alsterhaus – KarstadtQuelle AG, Hamburg

Folgende Arbeiten wurden mit je einem Stoffgutschein im Wert von 750 Euro von Swiss Textiles ausgezeichnet:

Carolin Petersen
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
„Wenn einer eine Reise tut“

Team „Liebes Fernweh“
Fachhochschule Hannover
„Liebes Fernweh“

Luisa Hirsch
Kunsthochschule Berlin-Weißensee
„Transformation Casual“


Sonderpreis Reisegepäck
1. Preis – Sonderpreis Reisegepäck

Lisa Stroux
„Suitable“
Master 2006
Royal College of Art, London
Preis: 2.000 Euro, Stoffgutschein im Wert von 750 Euro von Swiss Textiles
lisa.stroux@web.de
www.rca.ac.uk

„Suitable“ ist eine Kombination aus Mantel und Koffer für unkonventionelle Frauen und Männer. In den Mantel sind drei Taschen mit einem Volumen von 20 Litern eingearbeitet. Er fasst damit alles Notwendige für eine dreitägige Geschäftsreise. Der Mantel bleibt dabei stets komfortabel, die Hände frei. Der besondere Schnitt und die hohe Detailqualität erlauben zudem, „Suitable“ einfach zum kompakten Koffer zu falten. Er ist zudem als traditioneller Mantel tragbar. Durch die gewählten Materialien (gewachste Baumwolle, Polypropelen, Neoprene) und Verarbeitung ist „Suitable“ wetterfest und zugleich atmungsaktiv.

Jurybegründung
„Suitable“ – eine Kombination aus Mantel und Koffer – ist vergleichbar mit einem Concept-Car. Bei aller Innovation bleibt er tragbar. Ob als Mantel, als Mantel mit gefüllten Gepäcktaschen oder als Koffer getragen, alle Versionen funktionieren ohne sich gegenseitig zu beeinträchtigen. Ein integriertes Skelett erleichtert das Falten. Die präzise Beobachtung der Bedürfnisse von Geschäftsreisenden, die professionelle Recherche, die fabelhafte Sensibilität für Material und Farben, die ausgewogenen Proportionen, die präzise Ausarbeitung des sehr komplizierten Schnitts und die hohe handwerkliche Qualität des Prototyps machen die Arbeit zur brillantesten und innovativsten Arbeit des Sonderpreises Reisegepäck. Lisa Stroux hat mit ihrer gelungenen Symbiose von Mode und Produkt Design einen Nerv getroffen. Der sehr graphische Entwurf von hoher architektonischer Qualität ist trendweisend. Bei aller technischen Brillanz verfügt „Suitable“ über so viel Chic, dass man die Kleiderkollektion dazu sehen möchte. Lisa Stroux ist nicht nur kreativ, sondern sie ist auch in der Lage interdisziplinär zu denken und zu arbeiten.
Jurymitglied Joachim Schirrmacher, Chefredakteur Style in Progress, Hamburg

2. Preis – Sonderpreis Reisegepäck

Oliver Reinecke
„Transit“
4. Semester
Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design, Halle
Preis: 1.000 Euro, sechsmonatiges dotiertes Praktikum im Headquarter von Tumi New York/New Jersey
oliverreinecke@gmx.de
www.burg-halle.de

Reisen bedeutet Fahrt und Aufenthalt. „Transit“ bietet für beides eine adäquate Lösung. Die textile Leichtkommode (2,7 Kilo/80 Liter Volumen oder 1,7 Kilo/40 Liter) wurde für „moderne Nomaden“ entwickelt, die auch auf Reisen zu Hause sein wollen, schließlich schafft persönlicher Besitz Vertrautheit. „Transit“ wird ähnlich einem Zelt zur Kommode aufgebaut. Sie bietet sieben Fächer um das Gepäck übersichtlich zu verstauen. Was vor Blicken geschützt werden soll, findet Platz in der Tasche. High-tech Materialien und Verarbeitung sind wasserdicht und bieten ein hochwertiges Erscheinungsbild. Der klassische Schrankkoffer wurde auf moderne Art übersetzt.

Jurybegründung
Eine geniale Idee – das Regal im Koffer. Mit dem hervorragenden Verhältnis von Volumen und Gewicht trifft Oliver Reinecke den Bedarf vieler „moderner Nomaden“, die nach ultraleichtem Gepäck und Komfort suchen. Eine perfekte Lösung für die Reise zu Freunden oder bei längerfristigen Auslandsaufenthalten, wo kein Schrank zur Verfügung steht; oder als saubere Aufbewahrungsfläche in drittklassigen Hotels.
Die Neuerfindung des Schrankkoffers mit High-tech Materialien ist komplett neu. Das Konzept, mit seinen selbsterklärenden Funktionen, ist auf den Punkt gebracht und bietet das Potentzial für eine Gepäckserie. Nicht nur die herausragende Qualität des Prototyps und die penibel ausgearbeiteten Details überzeugen. Auch die Broschüre ist professionell und berücksichtigt die Grundlagen der Markengestaltung.
Jurymitglied Timm Fenton, Vice President Design Tumi, New York

3. Preis – Sonderpreis Reisegepäck

Anna Steinmann
„Yoga“
7. Semester
Kunsthochschule Berlin-Weißensee
Preis: 750 Euro
annasteinmann@gmx.de
www.kh-berlin.de

Reisen ist eine höchst individuelle Angelegenheit. Und doch macht es kaum Sinn ein Gepäckstück für eine ganz bestimmte Zielgruppe zu gestalten. Schließlich fährt auch ein Geschäftsmann in den (Abenteuer)Urlaub und eine Besucherin der Love-Parade zum Meeting nach Mailand.
Die modulare Gepäckserie „Yoga“ bietet unterschiedliche Volumen, ob für drei Tage oder drei Wochen. Das Konzept basiert auf dem Prinzip einer Bambusmatte. Diese Matte (50 x 160 cm) aus zwei Lagen textilen Materials ist durch eingenähte Kunststoffstäbe in einer Richtung fest, in der anderen flexibel. Die Matte wird per Reißverschluss mit formstabilen Seitenteilen verschiedener Größe verbunden. So wird die Tasche zum Koffer und am Ziel zum Schrankersatz. Kleinere Tasche können auf der Matte angebracht werden und somit die Organisation des Gepäcks erleichtern. Die Matte kann sogar als Liegefläche genutzt werden. Ein Untersatz mit Rollen kann eingehakt werden. Weitere Optionen sind Schulter- und Rucksackträger oder individuelle Farb- und Materialwahl.

Jurybegründung
Anna Steinmann hat die Anforderungen an das Reisegepäck gründlich analysiert. Die modular aufgebaute Gepäckserie ist keine gestalterische Differenzierung, sondern ein neuer konzeptioneller Ansatz, der einen qualitativen Sprung darstellt. Die schlichte aber gut durchgearbeitet Ausarbeitung, mit einer (wie gefordert) Materialprobe statt einem ausgearbeitetem Prototyp, vermittelte das Konzept überzeugend.
Jurymitglied Marcel Herrig, Unicut Design Office, Shenzen China


Anerkennung der Stiftung der Deutschen Bekleidungsindustrie 2007 – Sonderpreis Reisegepäck

Jannita van den Haak
„Velina Volante“
Bachelor 2006
Design Academy Eindhoven
Preis: 500 Euro, Freitag Tasche F 12
info@jannita.com
www.designacademy.nl

„Velina Volante“ ist ein Rucksack für Frauen, die auch beim Abenteuerurlaub Wert auf Mode und Glamour legen. Der 2,7 Kilo schwere Rucksack ist auf die Physiognomie von Frauen abgestimmt. Zudem wurde durch neuartige Schultergurte, die wie ein BH geformt sind, Druck von der Brust genommen. Plisseefalten an den Seiten ermöglichen, das Volumen von 50 auf 75 Liter zu erweitern. Zugleich sind sie das wesentliche Element der neuartigen femininen Optik. Unterstützt wird dies durch die Materialwahl (Schoeller und Kvadrat) sowie die Farben Bronze und Anthrazit. Das Deckelfach kann abgenommen und als Handtasche verwendet werden. Zudem gibt es eine Pudertasche, ein Sitzkissen und Raum, um Kleider für besondere Gelegenheiten zu schonend zu verpacken.

Jurybegründung
Die Idee zum Rucksack für Frauen ist nicht ganz neu. Neu ist allerdings die Umsetzung mit glamourösen Materialien, Farben und praktischen Accessoires wie beispielsweise einer anhängenden Tasche fürs Puderdöschen. Viele Details des Prototyps wie Reißverschlüsse, Taschen, Verschlüsse oder Gurte wurden aus der Mode übernommen, was nicht immer die funktionellen Kriterien erfüllt. Dennoch gibt es für diesen neuartigen Rucksack ein Potential auf dem Markt.
Jurymitglied Joyce Thornton, Generation Now Editor, WGSN, London