Wo beginnt, wo endet Privatsphäre? Wer kennt mich, wer erkennt
mich, wer steuert mich? Die Grenze zwischen Intimität und
Öffentlichkeit schwindet mit der Digitalisierung. Der Allmacht
folgt die Ohnmacht, Angst und Anpassungsstress. Das Bedürfnis nach
Geborgenheit, Schutz und Sicherheit; nach Nähe, Identität und
Ursprünglichkeit steigt. Kann Mode ein Rückzugsort sein?
Unter dem Titel „Privacy“ suchte der European Fashion Award
– FASH 2010 Entwürfe für dieses Spannungsfeld. Er wird
jährlich von der Stiftung der Deutschen Bekleidungsindustrie
(SDBI) ausgeschrieben. Die Jury mit international erfahrenen Experten aus Design, Industrie,
Marketing und Medien ermittelte die Preisträger unter 63
Teilnehmern aus neun Ländern nach vorab festgelegten Kriterien.
Aufgabenstellung
1. Teil: Analyse Der erste Teil der einzureichenden Arbeit soll eine
eigenständige Analyse des heutigen Bekleidungsverhaltens umfassen. Gefragt
ist der eigene Blick – ob auf der Straße oder in den Kleiderschränken. Die
Analyseergebnisse müssen durch eigene Fotos dokumentiert und ergänzt werden.
Medien wie Blogs und Modemagazine sind nicht zugelassen. Erst im zweiten Schritt soll die eigene Analyse durch
Recherchen in entsprechenden Veröffentlichungen wie Marktstudien, Bücher oder
Aufsätze fundiert werden. Zudem soll mit eigenen Worten definiert werden was
Mode ist.
2. Teil: Konzeption Auf Basis der Analyse erfolgt die Konzeption einer
Kollektion zum Thema “Privacy”. Gesucht werden
anspruchsvolle, also eigenständige und in sich stimmige Entwürfe. Sie können
marktnah sein, sollten dann aber mehr bieten als nur aktuelle Trends
abzubilden. Es bedarf dazu der Konzeption, Planung und Reflexion
gesellschaftlicher und wirtschaftlicher, kultureller und politischer Prozesse.
3. Teil: Entwurf
Basierend auf diesem fundierten Konzept soll der dritte Teil
der Arbeit die Ergebnisse in eine Kollektion mit mindestens vier Outfits
übersetzen. Zur Jurierung sind zwei Outfits einzusenden. Die Wahl des
Segments (Geschäfts-, Freizeit- oder Sportkleidung und Genre ist freigestellt.
Ergänzende Accessoires sind möglich. Auch ob es sich beim Entwurf um
Womenswear, Menswear oder Komplettkollektionen handelt, wird dem Teilnehmer
überlassen und ist abhängig von der Analyse. Eine Saisonvorgabe gibt es nicht.
Ausschreibungsunterlagen