Kommunikation statt Produkte

Eine rein handwerkliche oder formalästhetische Produktgestaltung ist heute nicht mehr ausreichend. Auch die Flucht in spektakuläres Styling ist langfristig kontraproduktiv, da diese Produkte mit ihrem kurzfristigen Wechsel der Stile und Moden und ihren scheinbaren Neuheiten zum Verlust der Glaubwürdigkeit von Unternehmen beitragen.
Es geht folglich immer weniger um Fragen der Form-, als der Sinngebung. Zu diesen Prozessen gehört - neben der sinnstiftenden Konzeption von Produkten - auch die Gestaltung von unternehmerischen Prozessen, wie Waren online zu mustern und zu bestellen, oder die Positionierung von Unternehmen.

„Eine Integrierte Produktentwicklung, also die gleichzeitige Entwicklung von Produkten, Kommunikation und Distribution, ist heute entscheidend für einen anhaltenden Erfolg am Markt.“ Stiftungsbeirat Joachim Schirrmacher

Es kommt in der Modeindustrie zunehmend darauf an, Kollektionen zu erstellen, die einen erkennbaren Markencharakter haben, so wie in der Automobilindustrie schon lange „Familien-Gesichter“ Standard sind. Entsprechende Modekollektionen haben noch seltenheitswert, was bei vielen Unternehmen eine Markenbildung verhindert. Innovative Strategien erfordern nicht nur großes Talent und Intuition, sondern basieren heute ebenso auf Forschung und Entwicklung.
Das Design, das traditionell nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale und kulturelle Interessen in seine Arbeit einbezieht, befindet sich - analog zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung - daher in einem starken strukturellen Veränderungsprozess:

  • Design ist nur noch bedingt objekt-, und muß immer stärker prozess- und strategieorientiert arbeiten.
  • Nicht zuletzt ergeben sich durch die zunehmend virtuelle Wirtschaft neue Aufgabenfelder für das
    Design (Konvergenz der Medien, Interfaces, eBusiness).
  • Design entwickelt sich somit von einer kreativen in eine wissensintensive Disziplin.

Handwerkliches Können und „kreative“ Entfaltung sind nur noch eine Grundlage der Arbeit von Modedesignern. Fundierte Theorie (Design-Theorie, Soziologie, Psychologie, …), Design-Management (Qualitative Marktforschung, Projekt-Management, Strategie, Branding, …), etc. gehören zu den heute notwendigen strategischen Kompetenzen.

Hier greift die Stiftung unmittelbar unterstützend und mittelbar lenkend ein. Sie fördert Arbeiten und Projekte, die auf einer starken konzeptionellen Ebene basieren, die vorhandene Kenntnisse und Wissen vertiefen oder neu aufbauen. Die Arbeiten sollen sich der zunehmenden Verschmelzung von Sport und Mode widmen. Ein jährlicher Themenschwerpunkt wird vorgegeben. Arbeiten von interdisziplinären Teams sind ausdrücklich erwünscht.