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Das Bekleidungsverhalten wird ständig vielfältiger. Nicht nur
die Jugendlichen kombinieren im „Supermarket of Style“ ihre
Garderobe immer freier, sondern fast alle Alters- und Stilgruppen. Sie
verstehen Mode als Möglichkeit des eigenen kulturellen Ausdrucks.
Und so surfen die Kunden zwischen den Modewelten, brechen die Kultur
und Identität von Marken auf und verschmelzen sie mit anderen
Sparten und Genres zu einem neuen Ausdruck ihrer eigenen
Identität. Ob Upgrade oder Understatement, Arbeit oder Freizeit,
Stil oder Sport, Couture oder Casual, Funktion oder Kommunikation, in
voller Absicht bei den Trendsettern oder unbewusst im Massenmarkt. Dies ist eine Herausforderung für die klassische Mode. Denn die
Eindeutigkeit einer Marke prallt immer stärker auf die Vielfalt
des Lebens. Nicht zuletzt ist diese hybride Mode eine Herausforderung
für einen Designer mit seiner Handschrift. Braucht es innovative Bekleidungssysteme? Gilt es mehrere Genres zu
einem Neuen zusammensetzen? Reicht es, wenn die Mode als offenes System
anschlussfähig ist? Bieten digitale Strategien wie Mapping,
Sampeln, Hacking oder Copy and Paste Ansätze für die
Selbstinszenierung der Kunden? Oder liegt die Lösung gar weniger
in der Gestaltung der Mode, als in neuem Design der Distribution
und/oder anderen Formen der Kommunikation?
1. Analyse Der erste Teil der einzureichenden Arbeit soll eine eigenständige
Analyse heutiger Bekleidungsmuster umfassen. Gefragt ist der eigene
Blick – ob auf der Straße oder in den
Kleiderschränken. Die Analyseergebnisse müssen durch eigene
Fotos dokumentiert und ergänzt werden. Blogs und Modemagazine sind
nicht zugelassen. Erst im zweiten Schritt soll die eigene Analyse durch
Recherchen in entsprechenden Veröffentlichungen wie Marktstudien,
Bücher oder Aufsätze fundiert werden.
2. Konzeption Auf Basis der Analyse erfolgt die Konzeption eines Entwurfs zum Thema
„New Diversity“. Gesucht werden anspruchsvolle, also
eigenständige und in sich stimmige, aber marktnahe (was nicht
bedeutet Trends zu folgen) Entwürfe. Es bedarf dazu der
Konzeption, Planung und Reflexion gesellschaftlicher und
wirtschaftlicher, kultureller und politischer Prozesse.
3. Entwurf Basierend auf diesem fundierten Konzept soll der dritte Teil der Arbeit
die Ergebnisse in eine Kollektion mit mindestens vier Outfits
übersetzen. Zur Jurierung sind zwei Outfits einzu-senden. Die
Preisträger verpflichten sich, spätestens bis zum 12. Januar
2009 fehlende Outfits anzufertigen und zur Preisverleihung nach
München mitzubringen. Vorgesehen ist, die komplette Kollektion
auszustellen. Die Wahl des Segments (Geschäfts-, Freizeit- oder Sportkleidung)
und Genre ist freigestellt. Ergänzende Accessoires sind
möglich. Auch ob es sich beim Entwurf um Womenswear, Menswear oder
Komplettkollektionen handelt, wird dem Teilnehmer überlassen und
ist abhängig von der Analyse. Eine Saisonvorgabe gibt es nicht. |