Der Preis der Stiftung der Deutschen Bekleidungsindustrie 2006 unter dem Thema „lokal - global“ sucht Entwürfe, die in der lokalen Kleidungskultur der Region des Gestalters gründen und so dem Markt Haltung und Identität entgegenstellen. Der Entwurf soll die lokalen Elemente zu einer neuen, heutigen und global attraktiven Symbolik zusammenführen.
Trotz aller propagierten Individualität und scheinbaren Vielfalt des Angebots sind mit der Globalisierung die Produkte zu großen Teilen uniform geworden. Das weltweite „Stil-Esperanto“ mit einem Alphabet von Armani bis Zara liegt nicht nur an der Annahme der Hersteller, dass die Szenen heute weltweit dieselben sind oder dass alle Anbieter an alle Kunden verkaufen wollen, sondern auch daran, dass ihre Produkte - ob von hochwertigen Marken oder preiswerten vertikalen Anbietern - oftmals aus den selben Fertigungsbetrieben aus Fernost stammen.
Obwohl Mode schon immer global ausgerichtet war, bestimmten bis in die 1960er Jahre hinein neben der modischen Kleidung vor allem lokale Stile, Standeskleidungen, vielfältige Alltags- und Festtagstrachten und farbenfrohe Uniformen das Straßenbild. Auch unterschiedliche Körper, Klima, verfügbare Rohstoffe, Färbemittel und handwerkliche Fähigkeiten prägten die Kleider. Selbst Sportarten entstanden meist aus den Möglichkeiten, die vor Ort vorgefunden wurden. Diese regionalen Besonderheiten und nationalen Designkulturen finden sich auch noch heute. So verkaufen sich in Dortmund andere Produkte als in Düsseldorf.
1. Teil: Analyse
Den ersten Teil der einzureichenden Arbeit soll eine eigenständige Analyse der Kleidungskultur - vorzugsweise aus der Region, aus der der Gestalter stammt (und somit über ein tiefes Verständnis deren Kultur verfügt) - umfassen. Alternativ kann der Studienort gewählt werden. Eine freie Wahl der Region ist nicht möglich, da keine oberflächliche ethnische Symbolik gefragt ist. Nach einem Überblick soll die Analyse sich auf ein Aspekt, wie zum Beispiel ein Material, eine Fertigungstechnik oder eine Sportart konzentrieren.
Die Analyseergebnisse müssen durch eigene Beobachtungen, die durch Fotos dokumentiert werden, ergänzen werden. Die eigenen Analysen sollen durch eine Recherche entsprechender Veröffentlichungen wie Marktstudien, Bücher oder Aufsätze fundiert werden.
2. Teil: Konzeption
Auf Basis der Analyse erfolgt die Konzeption eines Entwurfs zum Thema „lokal - global“. Gesucht werden anspruchsvolle, also eigenständige und in sich stimmige, aber marktnahe Entwürfe.
3. Teil: Entwurf
Basierend auf diesem fundierten Konzept soll der dritte Teil der Arbeit die Ergebnisse in eine Kollektion mit mindestens vier Outfits übersetzen. Zur Jurierung ist ein Outfit einzusenden. Von den Preisträgern wird die komplette Kollektion ausgestellt.
Ob es sich beim Entwurf um Womenswear, Menswear oder Komplettkollektionen handelt, wird dem Teilnehmer überlassen und ist abhängig von der Analyse. Eine Saisonvorgabe gibt es nicht.
Sonderpreis Mode und Marke
Die Aufgaben von Modemachern haben sich seit Gründung der Stiftung 1977 grundlegend verändert. Neben der zielgruppengerechten Gestaltung von Produkten gehört in verstärktem Maß die Gestaltung von Identitäten dazu. Da es an den Hochschulen dafür keine gesonderte Ausbildung gibt, möchte die Stiftung ein Zeichen setzen und das Bewusstsein für Marken und Markenidentitäten schaffen. Sie lobt daher in Kooperation mit Interbrand Zintzmeyer & Lux den Sonderpreis Mode und Marke aus. Das global führende Markenberatungsunternehmen Interbrand gehört zu Omnicom, einer der größten Kommunikationsgruppen der Welt.
Aufgabe
Der Sonderpreis Mode und Marke sucht prägnante Markenwelten, die auf Werten basieren. Aufgabe ist daher die Entwicklung eines Markenauftritts für ein Modelabel. Die eingereichten Arbeiten müssen in Verbindung zu einem Wettbewerbsbeitrag des Themas „lokal - global“ stehen. Der Markenauftritt soll in Übereinstimmung mit dem Produkt sowohl konzeptionell als auch visuell ausformuliert und präsentiert werden. Interdisziplinäre Projekte wie zwischen Mode und Wirtschaftskommunikation oder Mode und Kommunikationsdesign werden daher empfohlen.
Obwohl Mode Identität stiftet und Identität als Wettbewerbsstrategie der Zukunft gilt, gibt es bisher erstaunlich wenige Überlegungen, geschweige denn fundiertes Wissen, wie die Modemacher diese Identitäten strategisch gestalten können. Wohl auch, weil der zu bewältigende Spagat groß ist. Denn es gilt nicht nur eine Brücke zu schlagen zwischen dem permanenten Wandel der Mode und der notwendigen Kontinuität von Marken, sondern zudem auch von der der Mode eigenen Dualität zwischen Anpassungsstreben und Absonderungssucht, Individuum und Gruppenzugehörigkeit.
1. Teil: Analyse
Die Analyse soll in Zusammenarbeit mit einem Projekt zum Thema „lokal - global“ erarbeitet werden.
2. Teil: Konzeption
Ausarbeitung einer Markenpersönlichkeit auf der Basis eines in der Literatur gängigen Modells der Markenpersönlichkeit. Das entwickelte Konzept soll strategisch durchdacht und fundiert dargestellt werden.
- Einordnung der Marke in das bestehende Wettbewerbsumfeld
- Positionierung der neuen Marke
3. Teil: Entwurf
Die Markenpersönlichkeit soll im Sinne eines Markenerlebnisses in Übereinstimmung mit dem Produkt visuell als Skizze umgesetzt werden.
Neben der Darstellung der Zielgruppe sollen die folgenden Aspekte visualisiert werden:
- Markenwelt (z.B. Logo, Claim, Typographie, Farbklima, Materialität)
- Bildwelt (Modefotografie)
- Ladengestaltung
- Kommunikationskonzept (Anzeige, Werbebotschaft)
Die Ergebnisse müssen als Moodboard präsentiert werden.
Die gesamten Ausschreibungsunterlagen können Sie hier als pdf runterladen.
Teilnehmer
Der Preis der Stiftung der Deutschen Bekleidungsindustrie 2006 zum Thema "lokal - global" richtet sich an besonders begabte Designstudenten aller Gestaltungsdisziplinen, insbesondere aus den Bereichen Textil- und Modedesign. Teilnahmeberechtigt sind Studierende ab dem 4. Semester. Bei Gruppen aus mehreren Semestern können auch jüngere Jahrgänge teilnehmen. Die Teilnehmer müssen aktuell an einer europäischen Hoch- oder Modeschule eingeschrieben sein.
Die Arbeiten sollen für diesen Wettbewerb erarbeitet werden. Es können Arbeiten von Einzelpersonen oder - was besonders erwünscht ist - von interdisziplinären Teams und/oder in Kooperationen mit Unternehmen eingereicht werden. Ebenfalls möglich sind Vordiplom- und Diplomarbeiten, wenn sie der Aufgabenstellung entsprechen und im Jahr 2005 erstellt wurden. Die eingereichten Arbeiten sollen bislang noch nicht veröffentlich worden sein.
Für den Sonderpreis Mode und Marke können auch Arbeiten von Studierenden der Wirtschafts- und Kommunikationswissenschaften eingereicht werden. Diese müssen sich allerdings einen Partner aus dem Studiengebiet Design für die Visualisierung suchen.
Jury
Eine Jury aus international erfahrenen Experten aus Design, Industrie, Marketing, Medien und Handel wählt nach festgelegten Kriterien die Preisträger aus. Die Entscheidung der Jury ist juristisch nicht anfechtbar.
Mitglieder der Jury 2006 sind:
- Reinhard Binder, Creative Director, Interbrand Zintzmeyer & Lux
- Ingrid Obhof, Co.X Fashion Network
- Torsten Hochstetter, Global Head of Design, adidas-Salomon AG
- Ulrike Proß, Marketing, The North Face
- Joachim Schirrmacher, Chefredakteur, Style in Progress
- Joyce Thornton, Generation Now Editor, WGSN
- Martin Trautmann, Shop Boarders, München
Bewertungskriterien
Die Arbeiten unter dem Thema „lokal - global“ werden nach folgenden Kriterien bewertet:
- Gesamtkonzept (Analyse, Strategie, Interdisziplinarität)
- Innovation/Vision (Verbindung von lokal und global, technologische Impulse)
- Technische und gestalterische Umsetzung (Qualität der Zeichnung, Präsentation, Verarbeitung, Passform, Farbkonzept, Materialauswahl)
- Einsatzbereich, Funktionalität
Die Arbeiten des Sonderpreises Mode und Marke werden nach folgenden Kriterien bewertet:
- Gesamtkonzept (Analyse, Strategie, Interdisziplinarität)
- Konzeption (Einzigartigkeit, Differenzierungspotenzial)
- Relevanz bezüglich Produkt und Branche
- Zukunftsfähigkeit der Marke
- Umsetzbarkeit
- Stringenz und Konsistenz der Umsetzung vom Konzept zum Entwurf
- Zusammenspiel von Produkt und Marke
- Innovation/Vision
Preise
Der Preis der Stiftung der Deutschen Bekleidungsindustrie 2006 ist mit Geldpreisen in Höhe von 7.000 Euro dotiert.
1. Preis: 4.000 Euro
2. Preis: 2.000 Euro
3. Preis: 1.000 Euro
Außerdem werden bezahlte sechsmonatige Praktikumsplätze bei Adidas, René Lezard und Schöffel vergeben.
Der Sonderpreis Mode und Marke ist mit Geldpreisen in Höhe von 3.500 Euro dotiert.
1. Preis: 1.500 Euro und ein halbjähriges bezahltes Praktikum an einem Standort von Interbrand Zintzmeyer & Lux (Zürich, Köln, München, Hamburg)
2. Preis: 1.500 Euro
3. Preis: 500 Euro
Der Jury ist es freigestellt, die Preisgelder anders zu verteilen. Darüber hinaus kann die Jury Anerkennungen für weitere Entwürfe vergeben, die nicht unbedingt mit einer Preissumme verbunden sind.
Dank der Unterstützung durch die ispovision erhalten die Preisträger weitere Kommunikationsleistungen:
- Messestand/Ausstellungsfläche
- Preisverleihung, Pressekonferenz
- Integration in die Kommunikationsmedien der ispo (Daily News, Magazine, Newsletter)
- Publikation im Internet inklusive einer Präsentation auf der Award-Webseite, so wie einem Link zur eigenen Webseite (soweit vorhanden)
- Pressemitteilung an über 2.000 internationale Journalisten
- Präsentation auf der Mediendatenbank der ispo
Sie erhalten so die Möglichkeit, sich den rund 55.000 Fachbesuchern und über 2.000 internationalen Journalisten auf der ispo zu präsentieren.
Alle Teilnehmer können sich ab dem 15. Dezember für den kostenlosen Besuch der Preisverleihung und der Messen ispovision und ispo anmelden:
visit.ispo@stiftung-bekleidungsindustrie.de
Preisverleihung und Ausstellung
Die Preisverleihung findet im Rahmen der ispovison vom 29. Januar bis 1. Februar 2006 in München statt.
Die Gewinner reisen auf eigene Kosten. Für die Übernachtung wird eine Pauschale in Höhe von 150 Euro bei Einzelpersonen und 300 Euro bei Gruppen zur Verfügung gestellt.
Die Bewerber verpflichten sich, im Falle eines Preises persönlich an der Preisverleihung in München teilzunehmen. Der genaue Termin wird rechtzeitig mitgeteilt.
Einzureichende Bewerbungsunterlagen
Lokal - Global
Die einzureichende Arbeit für den Preis der Stiftung der Deutschen Bekleidungsindustrie 2006 zum Thema „lokal - global“ gliedert sich in drei Teile:
- Dokumentation der Analyse und des Konzeptes
- Präsentations-Chart
- Outfits
Dokumentation der Analyse und des Konzeptes
a) Kurzfassung (3.500 Zeichen/500 Wörter) in Deutsch und Englisch. Diese muss unter mail@stiftung-bekleidungsindustrie.de bis zum 21. Dezember 2005 vorab eingesendet werden sowie als Ausdruck der Präsentation beigelegt werden. Die E-Mail mit dem Kurzkonzept darf eine Größe von maximal 500KB (Word- oder PDF-Dokument) nicht überschreiten.
b) Dokumentation der Recherche und des daraus resultierenden Konzeptes in Deutsch oder Englisch. Eine Liste der verarbeiteten Materialien mit genauer Angabe von Artikel und Hersteller muss enthalten sein.
Umfang: 10 bis 30 Seiten Text; maximal 20 Seiten Illustrationen, technische Zeichnungen, Material- und Farbkonzept; maximal 10 Seiten Fotos.
Format: DinA4 (210 mm x 297 mm)
Präsentations-Chart
Präsentation des Entwurfs anhand von Illustrationen, technischen Zeichnungen, Material- und Farbkonzept.
Format: Pappen DinA3 quer (420 mm x 297 mm)
Outfit
Für die Jurierung ist ein realisiertes Outfit einzusenden.
Größen: Damen 38 oder M, Männer 52 oder L. Diese Größen sind einzuhalten!
|
Größe 38 |
Größe 52 |
| Brustumfang |
88 cm |
104 cm |
| Taillenumfang |
70 cm |
92 cm |
| Hüftumfang |
94,5 cm |
112 cm |
| Körperhöhe |
168 cm |
180 cm |
| Seitenlänge |
106 cm |
106 cm |
Die verwendeten Materialien müssen dokumentiert werden (Hersteller und genaue Artikelbezeichnung, auch Angaben wie Second-Hand, etc.).
Im Fall eines Preises müssen die weiteren Outfits (mindestens drei) spätestens am 21. Januar 2005 in München zur Vorbereitung der Preisverleihung eintreffen.
Für die Präsentation während der Preisverleihung ist dann auch eine CD mit drei Musiktiteln mitzusenden.
Für das Fitting (auch während der Jurierung) sind Bilder erforderlich, aus denen genau ersichtlich ist, wie das Model die Outfits anziehen soll. Bei komplizierten oder nicht eindeutigen Entwürfen muss das Anziehen Schritt für Schritt dokumentiert werden (vorne/hinten, rechts/links, Wickeltechniken, etc.).

Beispielfoto: Bild für Fitting
Sonderpreis Mode und Marke
Die einzusendende Arbeit für den Sonderpreis Mode und Marke gliedert sich in zwei Teile:
- Dokumentation der Analyse und des Konzeptes
- Präsentations-Chart
Dokumentation der Analyse und des Konzeptes
a) Kurzfassung (3.500 Zeichen/500 Wörter) in Deutsch und Englisch. Dieses muss unter mail@stiftung-bekleidungsindustrie.de bis zum 21. Dezember 2005 vorab eingesendet werden sowie als Ausdruck der Präsentation beigelegt werden. Die E-Mail mit dem Kurzkonzept darf eine Größe von maximal 500KB (Word- oder PDF-Dokument) nicht überschreiten.
b) Dokumentation der Recherche und des daraus resultierenden Konzeptes in Deutsch oder Englisch.
Umfang: 20 Seiten Text; maximal 10 Seiten Illustrationen.
Format: DinA4 (210 mm x 297 mm)
Moodboard
Format: Pappen DinA1 quer ( 841 mm x 594 mm). Als Rolle einzusenden.

Beispielfoto: Moodboard
Nach der verbindlichen Anmeldung wird Ihnen eine Nummer mitgeteilt. Jedes einzelne Teil muss auf der Rückseite (bei Kleidung Innenseite) mit dieser Nummer versehen sein.
Außer dem Kurzkonzept sind digitale Einreichungen nicht zugelassen.